Gedanken in Zeiten von Corona (1)

Seit Mitte März hat der Coronavirus vieles im Leben der Menschen verändert. Auch in der Feier der Gottesdienste ist vieles anders geworden. In Befragungen kommt Erstaunliches über Erfahrungen zutage, die Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche in den vergangenen Monaten gemacht haben. Über eine  Beobachtung im kirchlichen Raum möchte ich im Folgenden nachdenken, nämlich darüber, dass es zurzeit in St. Bonifatius keine Messdiener/innen gibt.

Messdiener in St. Bonifatius

Das bedaure ich sehr, weil für die Mädchen und Jungen eine wichtige liturgische Aufgabe entfällt, die sie vor und mit der Gemeinde übernehmen. Den Kindern und Jugendlichen, die vor der Coronazeit Messdiener/in waren, sei gesagt: Ihr  fehlt uns, die wir am Samstag zur Vorabendmesse und am Sonntag zur Messfeier kommen. Auch den Eltern und Großeltern, die ihren Kindern und Enkelkindern den Ministrantendienst ermöglichen und sie zur Kirche begleiten, sei gesagt, dass es sehr schade ist, dass dieser Dienst zurzeit ausfallen muss.

Mein Bedauern geht aber noch in eine andere Richtung. Wenn nur noch Erwachsene für die liturgischen Dienste zuständig sind und diese nur für ihre jeweilige Aufgabe den Altarraum betreten, gerät der Priester für mein Empfinden am Priestersitz und am Altar in eine einsame Position. Das war früher so nicht gegeben, weil Ministranten den Priester umgaben. Zurzeit sind die Bedingungen eher so, dass der Eindruck entstehen kann, als sei es der Priester, der die hl. Messe feiert, und die Gläubigen mit ihren Masken nähmen lediglich teil. Messdiener/innen um den Altar herum machen anschaulich, was das zweite Hochgebet für Priester und Gemeinde ins Wort bringt: „Wir danken Dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen.“

Hoffentlich können sich die Bedingungen der Coronazeit für den kirchlichen Raum bald so ändern, dass Messdiener/innen wieder den Altarraum beleben und ihre so wesentliche Aufgabe, z. B. die Gabenprozession, übernehmen. Hoffentlich werden bei den Kommunionkindern einige Mädchen und Jungen mit ihren Eltern gewonnen, die genügend Geduld aufbringen zu warten, bis Ministranten – dienst wieder möglich wird. Denn im Dienst am Altar (so hieß das früher) sind Erfahrungen möglich, die den Glauben bis ins Alter nähren.

Claus-Dieter Klais, Diakon