PGR aktuell – Oktober 2020

Was für ein Jahr 2020!

Wie wahrscheinlich wir alle, hatte auch der PGR St. Bonifatius das Jahr 2020 begonnen, wie eigentlich jedes Jahr: voller Ideen und Pläne für unsere Arbeit. Und dann kam Corona – und mit einem Schlag war vieles, wenn nicht alles, anders und über den Haufen geworfen. Nicht die Pläne für den Pastoralen Raum standen auf einmal im Mittelpunkt, sondern das alltägliche Kirchen- und Gemeindeleben. Für einen kurzen Zeitraum stand alles still – sowohl das gemeindliche als auch das kirchliche Leben war auf einmal eingefroren.

Seit dieser Zeit hat sich viel getan. Die Gottesdienste laufen wieder, eigentlich schon sehr schnell wieder, die Gremienarbeit hat wieder ihren Dienst aufgenommen – zuerst in Form von virtuellen Meetings, aber dann auch recht zügig wieder in From von persönlichen Sitzungen im Gemeindehaus. Auch das gemeindliche Leben hat sich wieder auf die Beine gemacht – alles unter besonderen Hygienegesichtspunkten und Einschränkungen, aber es tut sich wieder was in Bonifatius.

Der PGR hatte für März schon einen Workshop-Tag geplant, an dem wir uns mit einigen grundsätzlichen Fragen unseres Gemeindelebens intensiver beschäftigen wollten – das ist in den monatlichen Sitzungen nicht immer so möglich, wie es diese Fragen verdienen. Diesen Workshop-Tag haben wir Anfang September nachgeholt – mit gebotenem Abstand, aber deshalb mit nicht weniger intensiven Diskussionen und Auseinandersetzung.

Wir hatten uns im Vorfeld verständigt, drei Themen in den Vordergrund zu stellen und Hintergründe, aktuelle Pläne und Ergebnisse des Tages möchten wir kurz vorstellen:

Unser offenes Gemeindehaus

Vor 40 Jahren wurde unser Gemeindehaus eingeweiht und seit dieser Zeit war es immer ein „offenes Haus“ – nicht nur im übertragenen Sinne, sondern ein wirklich geöffnetes Haus – seit der Einweihung haben es das Präsenz- und das Hausmeisterteam geschafft, Gäste und Besucher in unserem Gemeindehaus willkommen zu heißen – jeden Werktag, seit 40 Jahren – was für ein unglaublicher Erfolg! Seit dieser Zeit haben sich viele Strukturen und auch Anforderungen geändert und der PGR beschäftigt sich schon länger, auch im Austausch mit dem Präsenz- und Hausmeisterdienst, mit der Frage, wie wir als Gemeinde das Thema offenes Gemeindehaus in Zukunft gestalten wollen und können. Brauchen wir ein offenes Haus? Unter welchen Bedingungen wollen wir das? Mit welchen Strukturen oder Ideen können wir das Haus in Zukunft geöffnet halten? Ein „weiter so“ gestaltet sich unter geänderten Strukturen in Gemeinde und Gesellschaft schwierig, so dass wir neue Wege suchen müssen.

Wir werden uns mit diesem Thema weiter intensiv beschäftigen, aber haben einige konkrete Ideen diskutiert. Beispielsweise steht die Idee im Raum, bestimmte Wochentage im Gemeindehaus unter ein Motto zu stellen, so dass Präsenz und auch Hausmeisterdienste von jeweils einer Gruppierung der Gemeinde übernommen werden, die sich diesem Motto verbunden fühlt. Beispielhaft seien hier ein „Familientag“ oder aber ein „offener Abend“ genannt. An einem Familientag wird das Gemeindehaus von jungen Familien mit ihren Kindern „übernommen“ – die Eltern können sich treffen, austauschen und den Tag genießen, während die Kinder im Gemeindehaus oder im Hof gemeinsam spielen. Den „offenen Abend“ im Gemeindehaus bieten wir allen Gemeindemitgliedern an – es kann gespielt, gesungen, gelacht oder auch gemütlich am Tresen gefeiert werden – natürlich bis auf Weiteres unter den erforderlichen Regeln des Hygienekonzeptes.

Ideen, die weiter detailliert werden müssen und deren Realisierbarkeit jetzt in Abstimmung mit den beteiligten Gremien weiter diskutiert und ausgearbeitet wird.

Die Gottesdienstsituation

Wie wollen wir in Zukunft in Bonifatius Gottesdienst feiern? Wie viele Gottesdienste sind angemessen? Welche Gottesdienstformen wollen wir? Welche Themengottesdienste brauchen wir? Wie gehen wir mit einer nicht gefüllten Kirche um? – Fragen, die wir uns im PGR schon länger stellen.

Aktuell haben wir in Bonifatius die komfortable Situation, dass uns mit Bruder Martin, Bruder Chi Thien und Dr. Hallermann als aktivem Subsidiar drei Priester unterstützen, so dass wir an jedem regulären Wochenende drei Gottesdienste feiern können. Aber wir wissen, dass dies eine Momentaufnahme ist und auch in Bonifatius die Zahl der Kirchenbesucher rückläufig ist. Also haben wir begonnen zu diskutieren, wie wir in Zukunft Gottesdienste gestalten wollen – in einer Situation, die uns noch nicht zum Handeln zwingt, sondern uns noch die Möglichkeit bietet, die Gottesdienstsituation aus der Sicht der Gemeinde zu betrachten.

Das betrifft Gottesdienstzeiten, Anzahl der Gottesdienste, Größe und Möglichkeit der Gestaltung im Kirchraum, aber auch die liturgische Gestaltung.

Als nächsten Schritt trifft sich der Liturgiekreis mit Mitgliedern des PGR im November, um weitere Details und Möglichkeiten zu diskutieren und auszuarbeiten.

Weihnachten unter Corona-Bedingungen

Die Corona-Situation wird uns auch Weihnachten noch beeinflussen. Das wird sowohl die Adventszeit betreffen als auch die weihnachtlichen Gottesdienste und Feiern. Der PGR hat sich auf einige grundlegende Eckpunkte verständigt, die jetzt weiter konkretisiert werden.

  • Es wird zur Zeit überlegt, ob es sinnvoll ist, den lebendigen Adventskalender unter Corona-Bedingungen stattfinden zu lassen.
  • Der Kinderliturgiekreis plant als Ersatz für die ausfallenden Adventsfeiern eine „wachsende Krippe“ im Freien, bei der es wöchentlich eine Andacht gibt, bei der die Krippe um eine Figur ergänzt wird.
  • Der Kindergottesdienst an Heiligabend wird sehr wahrscheinlich im Freien stattfinden.
  • Die Familienmesse und Christmette an Heiligabend sollen unter den bis dahin in Bonifatius geltenden Hygienebedingungen stattfinden.
  • Alle Gottesdienste sollen kurzgehalten werden.
  • Für alle Gottesdienste am Heiligen Abend ist eine Voranmeldung mit Ausgabe von Eintrittskarten erforderlich – anders lässt sich ein geregelter Ablauf nicht sicherstellen. Die genauen Details werden noch ausgearbeitet.
  • Es wird überprüft, ob sich eine Übertragung der Gottesdienste auf den Kirchplatz realisieren lässt.
  • Der Neujahrsempfang 2021 entfällt wegen der nicht einzuhaltenden Hygieneregeln.
  • Die Sternsinger-Aktion soll stattfinden, Details werden noch ausgearbeitet.

Auch wenn Corona uns einschränken wird, wollen wir Weihnachten soweit wie möglich gemeinsam feiern.

Das Jahr 2020 hat uns allen sehr viel Ruhe verordnet, viel Alltag fällt aus oder ist eingeschränkt, aber es eröffnet auch den Raum, sich mit fundamentaleren Fragen zu beschäftigen – damit hat der Pfarrgemeinderat begonnen. Wir wollen einige Weichen für die Zukunft näher betrachten und vielleicht auch stellen und haben mit dem Workshop-Tag damit angefangen. Jetzt geht es darum, die Ideen zu konkretisieren und zu wirklichen Lösungen weiter zu entwickeln. Das können und wollen wir vom PGR nicht alleine, sondern in der Gemeinschaft unserer Gemeinde. Sie alle sind aufgefordert, ihre Ideen und Vorstellungen einzubringen – sei es durch die Gruppen und Gremien, in denen Sie aktiv sind oder auch individuell. Der Pfarrgemeinderat freut sich über Rückmeldungen aus der Gemeinde und auch über Ihre Teilnahme an unseren Sitzungen, denn die sind immer öffentlich – unter den Corona-bedingten Voraussetzungen allerdings bitte mit vorheriger Anmeldung.

Der Pfarrgemeinderat wünscht Ihnen einen gesunden und friedlichen Herbst.