Fundstücke (7)

Anfang Februar erschien der 1. Text in dieser Reihe. Die Idee war, Inhalte aus Büchern zu veröffentlichen, die mir in meinem Leben aufgefallen sind und die mir bei der erneuten Lektüre in Coronazeiten wie Schätze vorkommen. Nun soll der vorerst letzte Text veröffentlicht werden. Er stammt von Papst Johannes Paul II., sich vor ca. 40 Jahren auf einer seiner Deutschlandreisen einmal an die älteren Menschen in unserem Land gewandt hat.

Claus-Dieter Klais, Diakon

„Das Alter ist die Krone der Stufen des Lebens. (…)
Ihr seid ein Schatz für die Kirche, Ihr seid ein Segen für die Welt! (…)

Das Alter (ist) nicht nur der kraftvolle Schlussakkord oder die versöhnende Summe des Lebens, sondern auch eine Zeit des Verwelkens, eine Zeit, da einem die Welt fremd, das Leben zur Last und der Leib zur Qual werden kann. Und so fügt sich zu meinem Ruf „Nehmt wahr Eure Würde“ der andere „Nehmt an Eure Bürde“. (…)

Ich will die Bedrängnisse des Alters, Eure Gebrechen und Krankheiten, Eure Hilflosigkeit und Vereinsamung, nicht verharmlosen. Aber ich möchte sie mit Euch in einem versöhnenden Lichte sehen – im Lichte unseres Heilandes, (…). Er ist in den Prüfungen des Alters Euer Leidensgefährte und Ihr seid die Gefährten seines Kreuzweges.“ (…)

Der letzte Trost, den wir miteinander suchen, … ist der Trost im Angesicht des Todes. Seit unserer Geburt gehen wir ihm entgegen, aber im Alter wird uns sein Nahen von Jahr zu Jahr bewusster – wenn wir es nicht gewaltsam aus unseren Gedanken und Gefühlen verdrängen. (…)

Der Tod selbst ist ein Trost! (…) Was uns allen bevorsteht, ist eine Geburt, eine Verwandlung, deren Wehen wir mit Jesus am Ölberg fürchten, deren strahlenden Ausgang wir aber schon in uns tragen, seit wir in der Taufe in Jesu Tod und Sieg hineingetaucht wurden. (…)“

Papst Johannes Paul II., 1978 – 2005, am 19.11.1980 in der Münchener Frauenkirche bei seiner Begegnung mit älteren Menschen