Gedanken zum Blasiussegen in Corona-Zeiten

Am 3. Februar war der Gedenktag des Hl. Blasius.
In der Messe an diesem Tag und in allen Sonntagsgottesdiensten haben wir den Blasiussegen gespendet –
Aberglaube oder heilsamer Zuspruch Gottes?

Liebe Gemeinde

Am 3. Februar war der Gedenktag des Hl. Blasius.

In der Abendmesse an diesem Tag in St. Franziskus und in allen Sonntagsgottesdiensten in St. Bonifatius und St. Franziskus am 6./7. Februar haben wir den Blasiussegen gespendet –

Aberglaube oder heilsamer Zuspruch Gottes?

Über den Hl. Bischof Blasius von Sebaste aus dem 3. Jahrhundert ist wenig bekannt.

Am Bekanntesten ist die Legende, dass er im Gefängnis einen Jungen, der eine Fischgräte verschluckt hatte, durch sein Gebet vor dem Erstickungstod gerettet haben soll.

Daraus hat sich seit dem 16. Jahrhundert der Blasiussegen entwickelt.

Ich spende gerne den Blasiussegen.

Es ist eine der eher wenigen Gelegenheiten, wo ein Segen ganz persönlich gespendet wird. Der Priester segnet mich – Gott spricht mir persönlich seinen Segen zu.

Zuerst hab ich gedacht, dass das in diesem Corona-Jahr nicht geht. Dann kam die ‚offizielle Regieanweisung‘: Am Altar wird der Segensformeln laut gesprochen, dann folgt der Einzelsegen mit den gekreuzten Kerzen nur mit dem Segensgestus ohne Worte. Schön.

In der Legende geht es um eine verschluckte Fischgräte und einen Jungen, der keine Luft mehr kriegt und zu ersticken droht.

Wieviele Corona-Kranke liegen in diesem Jahr auf Intensivstationen, haben Atemnot und bekommen keine Luft mehr?

Wie vielen Menschen geht angesichts der Corona-Beschränkungen bald die Luft aus?

Der Blasiussegen bittet Gott um Luft zum Atmen, Luft zum Leben.

Ein neueres geistliches Lied singt

Der mich atmen lässt bist du, lebendiger Gott“.
der mich leben lässt, bist Du, lebendiger Gott.
Der mich schweigen lässt, bist Du, lebendiger Gott,
der mich atmen lässt, bist Du, lebendiger Gott.       
(Beate Bendel / Anton Rotzetter)

Und ein anderes:

„Gott gab uns Atem, damit wir leben.
Er gab uns Augen, dass wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
dass wir auf ihr die Zeit bestehn.“                                 
(Eckart Bücken / Fritz Baltruweit)

Und in der Spätmesse in Bonifatius haben wir zum Gloria gehört:

„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn.“

Ich habe es in diesem Jahr als etwas Besonderes empfunden, mit den brennenden Kerzen vor jemandem zu stehen. Und ohne Worte, nur mit dem Blick, Kontakt zu suchen.

Ein kurzer Moment des Innehaltens: Wer ist der Mensch, der da vor mir steht?

Welche Sorgen mögen ihn bedrücken? Was mag ihn erfreuen?

Welche anderen Menschen gehören zu ihm, sind in seinem Herzen?

Und dann den Segen zu spenden – wortlos, aber nicht beziehungslos.

„Auf die Fürsprache des Hl. Blasius und aller Heiligen bewahre dich Gott vor aller Krankheit an Leib und Seele und stärke dich Gott in aller Krankheit.“

Mögen wir alle den Segen Gottes erfahren und unter seinem Segen leben.

Br. Martin Lütticke