Gemeindeleben in winterlichen Zeiten

Nach dem ersten Wochenende, an dem wieder Präsenzgottesdienste in unserer Kirche stattgefunden haben, macht sich Br. Martin Gedanken darüber und über das Gemeindeleben in winterlichen Corona-Zeiten.


Liebe Gemeinde St. Bonifatius

Seit dem 1. Februar feiern wir wieder Präsenzgottesdienste in St. Bonifatius.

Das Wochenende 6./7. Februar war also das erste Wochenende mit Eucharistiefeiern in unserer Kirche in diesem Jahr.

Die Sonntagsgottesdienste waren aufgrund der Corona-Einschränkungen und dann auch aufgrund des winterlichen Wetterchaos ziemlich übersichtlich besucht.

Es war eine kleine Gruppe von Gläubigen, die sich eingefunden hat.

Trotzdem bin ich dankbar, dass die Gottesdienste stattgefunden haben.

Ich möchte gerne auf diesem Weg einige Gedanken zu diesem Neustart an Sie weitergeben.

Ich tue das nicht, um zu sagen, dass wir mit der Wiederaufnahme der Gottesdienste die richtige Entscheidung getroffen haben. Es gibt gute Gründe, Präsenzgottesdienste auszusetzen und es gibt gute Gründe, sie zu feiern.

  • Auch wenn wir nur eine kleine Schar waren, habe ich die Eucharistiefeiern erlebt als Vergegenwärtigung der Präsenz Jesu unter uns.
    Natürlich darf ich darauf vertrauen, dass Gott immer da ist, dass Jesus unsere Wege immer begleitet. Und wir können überall zu ihm beten, ob in der Kirche, zu Hause oder in der Natur. Überall können wir uns Gott nah oder auch fern fühlen.

Und trotzdem ist die Eucharistie eine besondere, herausgehobene Weise der Präsenz Jesu in seiner Kirche: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ – „Das ist mein Leib – das bin ich selbst – bei euch, unter euch, in euch.
Wir dürfen es sehen, hören, schmecken, dass Gott im Brot des Lebens uns nah ist.

  • Auch wenn wir nur eine kleine Schar waren, war die Kirche für mich gefüllt. Sie war gefüllt mit vielen Menschen, die zur Gemeinde gehören.
    Wir haben nicht nur für uns Eucharistie gefeiert, sondern für die Gemeinde. In unseren Gedanken und Gebeten waren ganz viele präsent.
    Das möchte ich gerne allen sagen, die zurzeit nicht zum Gottesdienst in die Kirche kommen möchte, wegen des winterlichen Wetters oder wegen der kritischen Corona-Situation und allen notwendigen Kontaktbeschränkungen: Wir nehmen Sie mit hinein in unser Gebet, in unsere Gottesdienste.
    Eine Möglichkeit, das zu erfahren, sind die Fürbitten. Wir möchten in der Anbetungskapelle, die ja täglich geöffnet ist, wie im Advent die Möglichkeit anbieten, Bitten und Anliegen aufzuschreiben, die dann bewusst in die Sonntagsgottesdienste hineingenommen werden.
  • Auch wenn wir nur eine kleine Schar waren, waren die Gottesdienste musikalisch besonders gestaltet. Auch wenn Gemeindegesang zurzeit nicht möglich ist, tragen viele Menschen mit ihren Instrumenten und ihren Solostimmen zu einer würdigen Feier der Liturgie bei.
    Dazu gehören auch die Lektorinnen und Kommunionhelfer.
    Dazu gehören auch die Küster und Ordnerinnen, die mit ihren Diensten dafür sorgen, dass Gottesdienste stattfinden können.
    Herzlichen Dank für alles Mittragen.

Ich wünsche uns allen, dass wir auch in diesen Zeiten der großen Einschränkungen ‚Gemeinde bleiben‘, dass wir einander verbunden bleiben und uns gegenseitig tragen.

Gottes Segen wünscht Ihnen allen

Br. Martin Lütticke OFM