Grüße nach der Quarantäne (7)

Mittwoch, 6. Januar, Hochfest der Erscheinung des Herrn

Am Freitag, dem 11. Dezember begann unsere Quarantäne nach den ersten beiden positiven Corona-Schnelltests. Am Montag, dem 14. Dezember habe ich meinen ersten ‚Gruß aus der Quarantäne‘ geschrieben. Bis zum Sonntag, dem 20. Dezember sind es sechs solcher Grüße geworden. Danach stand anderes im Vordergrund: Viele Klärungen um die Weihnachtsgottesdienste und die Gottesdienste nach Weihnachten.

Heute schreibe ich diesen ersten Gruß nach der Quarantäne, nachdem nun auch endlich der letzte Bruder unseres Hauses nach gestrigem negativen Test offiziell aus der Quarantäne entlassen wurde.

Am 23. Dezember endete die Quarantäne für mich und die meisten der Brüder. Zwei Brüder  mussten in die Verlängerung über Weihnachten, weil sie immer noch ‚positiv‘ waren, ein Bruder in die nochmalige Verlängerung über den Jahreswechsel.

Heute Mittag kam nun sein ‚negatives‘ Testergebnis – Gott sei Dank!

Es war am Ende eine lange Zeit des Wartens und eine große Geduldsprobe.

Wir dürfen aber dankbar sein, dass wir alle so gut und ohne nennenswerte Symptome durch diese Zeit gekommen sind.

Viele Grüße, guten Wünsche und Gebete haben uns erreicht.

Im Namen unserer Hausgemeinschaft sage ich ganz herzlichen Dank für alle Wünsche und Gebete.

Heute ist das Fest der ‚Erscheinung des Herrn‘.

Die Sterndeuter aus dem Osten kommen endlich an – am Ziel, am Stall in Betlehem.

Sie wurden von sehr großer Freude erfüllt, huldigten dem Kind und holten ihre Schätze hervor.

Das erste, was Br. Bernhard heute sagte, nachdem ich ihm sein Testergebnis gesagt hatte, war: „Jetzt gehe ich in die Kirche zur Krippe und sage Dank.“

In der Krippe in unserer Kirche liegen Geschenke, Gold, Weihrauch und Myrrhe, viele Geschenke, so viele Geschenke, dass für das Kind kein Platz mehr ist.

Maria hält den kleinen Jesus auf ihrem Schoß und er schaut in die Welt.

Was sieht er, wenn er in die (Krippen-)Welt schaut? Menschen (13), Tiere (18 (!) Schafe, Ochs und Esel, Fuchs und Marder, Eichhörnchen, Eule und Tauben) und Gottes Schöpfung. Und Jesus schaut mit offenen Augen und liebendem Blick – und sieht die Freude der Menschen und ihre Not.

..und lädt uns ein, diesen liebenden Blick auf Menschen und Schöpfung zu erwidern.

In einem weihnachtlichen Text von Karl Rahner heißt es:

Ich bin da

Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein schönstes Wort

im fleischgewordenen Wort in die Welt hineingesagt,

ein Wort, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, weil es Gott selbst in der Welt ist.

Und dieses Wort heißt:

Ich liebe dich, du Welt und du Mensch.

Ich bin da, ich bin bei dir.

Ich weine deine Tränen. Ich bin deine Freude.

Ich bin in deiner Angst, denn ich habe sie mitgelitten.

Ich bin in deinem Tod, denn heute, da ich geboren wurde, begann ich mit dir zu sterben

Ich bin da.

Ich gehe nicht mehr von dieser Welt weg, wenn ihr mich jetzt auch nicht seht.

Ich bin da. Es ist Weihnachten.

Zündet die Kerzen an. Sie haben mehr recht als alle Finsternis.

Es ist Weihnacht, die bleibt in Ewigkeit.

Eine gesegnete Zeit wünscht mit viel Dankbarkeit                                     

Br. Martin Lütticke OFM